Wem gehört deine Website und deine Domain?
Wenn jemand anderes deine Website baut, hängt die Antwort davon ab, was ihr vereinbart. Hier sind die Teile einer Website einzeln erklärt, dazu wie du prüfst, auf wen sie laufen, und wie ein Umzug abläuft.
Sven Schusteraktualisiert am
Die Kurzantwort
Das hängt davon ab, was ihr vereinbart. Am wichtigsten ist die Domain: Sie sollte auf deinen Namen oder dein Unternehmen eingetragen sein, dann kannst du sie bei einem Wechsel mitnehmen. Texte und Fotos, die du selbst erstellt hast, gehören dir. Bei Gestaltung, Technik und Speicherplatz zählt die Vereinbarung.
- Wer das Passwort hat, ist nicht automatisch Inhaber.
- Lass dir vor dem Start schriftlich bestätigen, auf wen die Domain eingetragen wird.
- Für einen Umzug brauchst du den Umzugscode deines bisherigen Anbieters. Kündige erst, wenn Website und E-Mail beim neuen laufen.
Vier Teile, die du auseinanderhalten solltest
- Domain. Deine Adresse im Internet, zum Beispiel dein-geschaeft.de. Für Adressen mit .de führt die DENIC das Register der Inhaber.
- Inhalte. Deine Texte, Fotos und dein Logo.
- Gestaltung und Technik. Das Design und alles, was im Hintergrund läuft.
- Speicherplatz. Der Rechner, auf dem deine Website liegt, oft Hosting genannt. Ein öffentliches Register dafür gibt es nicht, hier zählt allein der Vertrag.
Bei jedem Teil stellst du zwei Fragen: Auf wen läuft er, und was passiert damit bei einem Wechsel?
Die Domain gehört auf deinen Namen
Deine Domain steht auf Visitenkarten, Rechnungen und in deinem Google-Profil. Achte darauf, dass du selbst als Inhaber eingetragen bist und deine aktuelle Anschrift hinterlegt ist.
Die Anschrift ist wichtig: Kümmert sich dein bisheriger Anbieter nicht mehr, schickt die DENIC den Code für den Umzug per Einschreiben an die Adresse in den Domaindaten. Stimmt sie nicht, kommst du schwer an deine Domain.
Frag auch, wer die Verlängerung bezahlt und die Erinnerung bekommt, wenn die Laufzeit endet. Und wer die Einträge verwalten darf, die festlegen, wohin Website und E-Mails zeigen.
So prüfst du, wem die Domain gehört
Für .de-Adressen gibt es die Domainabfrage der DENIC. Was du dort siehst, hängt davon ab, wer Inhaber ist:
- Unternehmen wie GmbH, AG oder Verein. Die Abfrage zeigt Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer des Inhabers.
- Einzelunternehmen und Privatpersonen. Sie gelten als natürliche Personen. Aus Datenschutzgründen zeigt die Abfrage dann nur das Datum der Registrierung und den Anbieter, über den die Domain verwaltet wird.
Als Einzelunternehmer die eigene Domain prüfen
Siehst du keinen Namen, kannst du deine Daten trotzdem selbst einsehen. Laut DENIC-Anleitung gibst du in der Domainabfrage die Postleitzahl oder die E-Mail-Adresse ein, die zur Domain gehört. Stimmt sie, bekommst du eine E-Mail mit einem Link zu allen hinterlegten Daten. Kommt keine E-Mail, ist vermutlich eine andere Adresse eingetragen, dann frag deinen Anbieter nach einem Nachweis.
Bei anderen Endungen und fremden Websites
Für Endungen wie .com gibt der Anbieter Auskunft, über den die Domain registriert ist. Willst du wissen, wer hinter einer fremden Website steht, ist das Impressum der einfachste Startpunkt.
Der Zugangs-Check
Prüf für jeden Zugang, wer Inhaber ist und wer nur mitarbeiten darf. Wer ein Passwort hat, kann Dinge ändern, ist deshalb aber noch nicht Inhaber.
Diese Zugänge solltest du kennen
Domain
Auf wen eingetragen, bei welchem Anbieter, wer verlängert.
Domain-Einstellungen
Wer festlegen darf, wohin Website und E-Mails zeigen.
Speicherplatz
Bei wem die Website liegt und wer den Vertrag hat.
E-Mail
Wer die Postfächer mit deiner Domain verwaltet.
Google-Unternehmensprofil
Du solltest primärer Inhaber sein, Dienstleister nur Administratoren.
Besucherstatistik
Auf wessen Konto die Zahlen gesammelt werden.
Website-Verwaltung
Ob du einen eigenen Zugang hast und was du damit ändern darfst.
Beim Google-Unternehmensprofil gibt es laut Google-Hilfe genau einen primären Inhaber. Nur Inhaber können andere Nutzer hinzufügen, entfernen oder das Profil löschen. Administratoren dürfen es bearbeiten.
Texte, Fotos und die Rechte daran
Das Urheberrecht liegt bei dem, der ein Werk geschaffen hat (§ 7 UrhG). Was du selbst geschrieben oder fotografiert hast, gehört dir also. Hat jemand anderes Texte oder Bilder für dich erstellt, bekommst du Nutzungsrechte daran. Wie weit sie reichen, hängt an der Vereinbarung. Steht dazu nichts Genaues im Vertrag, richtet sich der Umfang nach dem Zweck, für den ihr die Inhalte vereinbart habt (§ 31 Abs. 5 UrhG).
Auch frei nutzbare Fotos aus Bilddatenbanken haben Bedingungen. Klär deshalb vorab schriftlich, ob du alle Inhalte nach einem Wechsel weiter nutzen darfst.
Gestaltung und Technik
Hier gehen Anbieter verschieden vor. Manche geben alles heraus, andere nur die Inhalte oder die fertige Website als Dateien, und bei manchen Systemen lässt sich die Website gar nicht ohne Weiteres zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Frag vorher, was du bei einer Kündigung bekommst und was du damit machen kannst. Weitere Fragen, die du vor der Wahl eines Anbieters klären solltest, sammelt der Ratgeber Webdesigner finden.
Domain umziehen: so nimmst du sie mit
Beim Domain-Umzug wechselt deine Adresse von einem Anbieter zum anderen. Die Adresse selbst bleibt gleich. Ist alles vorbereitet, merken Besucher und Kunden im besten Fall nichts davon.
Schau vorher, was eigentlich umziehen soll. Domain, Website und E-Mail-Postfächer können bei drei verschiedenen Anbietern liegen. Daraus ergeben sich zwei Wege:
- Ganzer Umzug. Die Domain wechselt zum neuen Anbieter, meist zusammen mit Website und Postfächern. Dafür brauchst du den Umzugscode.
- Nur umleiten. Die Domain bleibt beim bisherigen Anbieter, nur ihre Einstellungen zeigen auf die neue Website. Das geht ohne Umzugscode und schneller, dafür laufen weiter zwei Verträge.
Soll dabei auch der Inhaber wechseln, etwa weil die Domain bisher auf deinen Dienstleister eingetragen ist, geht das bei .de-Adressen im selben Zug. Manche Anbieter verlangen dafür eine unterschriebene Erklärung des bisherigen Inhabers.
Domain umziehen in fünf Schritten
Bestand und Vertrag prüfen
Notier, was an der Domain hängt: Website, Postfächer, Weiterleitungen und Formulare, die E-Mails verschicken. Schau beim alten Vertrag nach Kündigungsfrist und Verlängerungstermin, manche Anbieter verlängern die Domain um ein ganzes Jahr, wenn der Umzug zu spät kommt.
Umzugscode anfordern
Im Kundenkonto beim bisherigen Anbieter. Ist dort eine Umzugssperre eingeschaltet, hebst du sie auf.
Umzug beim neuen Anbieter starten
Richte dort vorher Website und Postfächer ein. Danach trägst du dort die Domain und den Umzugscode ein. Bei .de zieht die Domain sofort um, bei .com und anderen internationalen Endungen dauert es oft einige Tage.
E-Mail und Website prüfen
Schick dir selbst eine E-Mail und antworte darauf, teste das Kontaktformular und ruf die Website am Handy auf. Geänderte Einstellungen brauchen bis zu zwei Tage, bis sie überall ankommen.
Erst dann kündigen
Alte Postfächer und alten Speicherplatz kündigst du erst, wenn alles läuft und deine E-Mails gesichert sind. Kalender und Kontakte stecken in einer Kopie der E-Mails oft nicht mit drin, sichere sie deshalb extra.
Der Umzugscode
Der Code heißt je nach Anbieter AuthCode, AuthInfo, EPP-Code oder KK-Code. Er belegt, dass du den Umzug willst. Gib ihn nur an deinen neuen Anbieter weiter.
- .de-Adressen. Laut DENIC ist der Code 30 Tage gültig, danach forderst du einen neuen an. Reagiert der bisherige Anbieter nicht, fordert der neue den Code bei der DENIC an. Sie schickt ihn per Einschreiben an die Anschrift in den Domaindaten, die deshalb stimmen muss (siehe oben).
- .com, .net und andere internationale Endungen. Nach den Regeln der ICANN muss dir der bisherige Anbieter den Code innerhalb von fünf Tagen geben. Kurz nach der Registrierung, nach einem Umzug oder nach einem Inhaberwechsel kann ein Umzug für einige Wochen gesperrt sein. Die ICANN überarbeitet diese Fristen gerade, frag deinen Anbieter nach dem aktuellen Stand.
Fünf Fragen, die du vor dem Start klärst
Bekommst du auf alle fünf eine eindeutige Antwort, am besten schriftlich, bist du auf der sicheren Seite.
- Auf wen wird meine Domain eingetragen, und bekomme ich bei einer Kündigung den Umzugscode?
- Bekomme ich eigene Zugänge zu Domain, Speicherplatz und Google-Profil?
- Gibt es eine Mindestlaufzeit, und wie lange ist die Kündigungsfrist?
- Was bekomme ich bei einer Kündigung von meiner Website, und wie lange bleibt sie danach online?
- Darf ich Texte und Fotos danach weiter nutzen?
Dieser Artikel gibt einen Überblick und ist keine Rechtsberatung. Bei Fragen zu einem konkreten Vertrag hilft eine Fachperson für Recht. Stand der Angaben: Oktober 2026.
Häufige Fragen zu Domain und Website
Gehört mir die Domain, wenn jemand anderes meine Website baut?
Nur, wenn du als Inhaber eingetragen bist. Lass dir das vor dem Start bestätigen und prüf es bei Gelegenheit selbst über die DENIC-Abfrage.
Warum sehe ich bei der DENIC-Abfrage keinen Namen?
Bei Einzelunternehmen und Privatpersonen zeigt die Abfrage aus Datenschutzgründen keinen Namen. Mit der Postleitzahl oder E-Mail-Adresse, die zur Domain gehört, kannst du deine Daten selbst abrufen.
Wie finde ich heraus, wer eine Website erstellt hat?
Wer die Website betreibt, steht im Impressum. Wer sie gebaut hat, steht oft im Fuß der Seite oder lässt sich beim Betreiber erfragen.
Bekomme ich den Quellcode meiner Website?
Das hängt vom Anbieter ab. Frag vorher, ob du bei einer Kündigung den Quellcode, die fertigen Dateien oder nur deine Inhalte bekommst.
Kostet ein Umzug der Domain etwas?
Bei vielen Anbietern kostet der Umzug selbst nichts extra, du zahlst nur die normale Gebühr für die Domain. Frag beim neuen Anbieter nach und prüf beim alten, wann sich dein Vertrag verlängert.
Wie lange dauert ein Domain-Umzug?
Bei .de-Adressen zieht die Domain sofort um, sobald der Umzugscode stimmt. Den Code bekommst du je nach Anbieter nach wenigen Minuten bis wenigen Tagen. Bei .com und ähnlichen Endungen dauert der Umzug meist einige Tage. Danach kann es bis zu zwei Tage dauern, bis die neuen Einstellungen überall angekommen sind.
Verliere ich beim Domain-Umzug meine E-Mails?
Nicht, wenn du sie vorher sicherst oder mit umziehst. Kündige die alten Postfächer erst, wenn die neuen funktionieren und du E-Mails senden und empfangen kannst.
Deine Domain läuft auf deinen Namen
Im Betrieb von Simplexo stecken Speicherplatz, Updates, Sicherheit, Sicherungen und Hilfe, wenn etwas nicht funktioniert. Die Domain kommt extra dazu und läuft auf deinen Namen.
