Was gehört auf eine Website? Seiten, Inhalte und Pflichten
Eine gute Website beantwortet die Fragen deiner Besucher in der Reihenfolge, in der sie aufkommen. Hier findest du die Seiten, die fast jede geschäftliche Website braucht, die gesetzlichen Pflichtangaben und eine Checkliste für dein Projekt.
Sven Schusteraktualisiert am
Die Kurzantwort
Fast jede geschäftliche Website braucht vier Seiten: Startseite, Kontakt, Impressum und Datenschutzerklärung. Die Startseite zeigt in wenigen Sekunden, was du anbietest, für wen und wo, und führt zu einem nächsten Schritt. Impressum und Datenschutzerklärung sind in Deutschland für geschäftliche Websites in aller Regel Pflicht. Welche Angaben genau hineingehören, hängt von deinem Betrieb ab.
- Kläre vorab, wen die Website ansprechen und wozu sie führen soll.
- Weitere Seiten lohnen sich, sobald sie eine eigene Aufgabe haben.
Vor den Seiten: Ziel und Zielgruppe
Bevor du Seiten sammelst, beantworte zwei Fragen. Wer soll die Website besuchen? Und was soll diese Person am Ende tun: anrufen, schreiben, einen Termin buchen oder vorbeikommen? Aus den Antworten ergibt sich, welche Seiten du brauchst und welcher Knopf auf jeder Seite steht.
Vier Seiten, die fast jede Website braucht
- Startseite. Zeigt, was du anbietest, für wen und wo. Von hier aus geht es zu allem anderen. Viele sagen dazu auch Homepage. Warum das nicht ganz dasselbe ist, erklärt der Ratgeber Homepage oder Website.
- Kontaktseite. Mit Formular, E-Mail-Adresse und Telefonnummer, und wenn Kunden zu dir kommen, mit Adresse und Anfahrt.
- Impressum. Sagt, wer hinter der Website steht.
- Datenschutzerklärung. Erklärt, welche Daten die Website verarbeitet und wofür.
Impressum und Datenschutz: was Pflicht ist
Wer geschäftlich eine Website betreibt, braucht ein Impressum. Was hineingehört, regelt § 5 Digitale-Dienste-Gesetz. Für kleine Betriebe sind das meist diese Angaben:
- dein Name oder der Name des Unternehmens und die Anschrift
- eine E-Mail-Adresse und ein weiterer schneller Kontaktweg, meist die Telefonnummer
- bei Gesellschaften wie einer GmbH die Rechtsform und wer sie vertritt
- ein Registereintrag mit Nummer, falls es einen gibt, etwa im Handelsregister
- die zuständige Aufsichtsbehörde, wenn deine Tätigkeit eine behördliche Zulassung braucht
- bei Berufen mit Kammer, etwa Ärztin oder Architekt, die Kammer, die Berufsbezeichnung und die geltenden Berufsregeln
- die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, falls vorhanden
Die Datenschutzerklärung sagt Besuchern, wer ihre Daten verarbeitet, wofür, wie lange und welche Rechte sie haben. Welche Punkte das genau sind, steht in Art. 13 DSGVO. Sobald deine Website ein Kontaktformular hat, gehört es dort hinein.
Wann du eine Einwilligung brauchst
Speichert deine Website etwas auf dem Gerät der Besucher oder liest dort etwas aus, brauchst du nach § 25 TDDDG ihre Einwilligung. Ausgenommen ist, was für die gewünschte Seite unbedingt nötig ist. Typische Fälle für einen Einwilligungshinweis sind Besucherstatistiken, Werbung, eingebettete Karten oder Videos anderer Anbieter.
Was nur manche Betriebe betrifft
- Barrierefreiheit. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt unter anderem für Websites, über die Verbraucher etwas buchen oder kaufen. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen. Als Kleinstunternehmen gilt laut § 2 BFSG ein Betrieb mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme. Ob deine Website darunter fällt und wie du sie selbst prüfst, erklärt der Ratgeber Muss deine Website barrierefrei sein?
- Streitschlichtung. Wer an Verbraucher verkauft und mehr als zehn Personen beschäftigt, muss auf der Website angeben, ob er an Schlichtungsverfahren teilnimmt (§ 36 VSBG).
Das hier ist ein Überblick, keine Rechtsberatung. Bei Fragen zu deinem Betrieb helfen deine Kammer oder eine Fachperson für Recht.
Die Startseite von oben nach unten
Diese Reihenfolge folgt den Fragen, die sich Besucher beim Scrollen stellen:
- Eine Überschrift, die sagt, was du anbietest und wo, dazu ein Knopf für den nächsten Schritt.
- Deine wichtigsten Leistungen in wenigen Worten, jeweils mit Link zur eigenen Seite.
- Belege: Kundenstimmen, Bewertungen, Beispiele deiner Arbeit und ein Foto von dir.
- Der Ablauf der Zusammenarbeit, häufige Fragen und am Ende noch einmal der Knopf.
Weitere Seiten, jede mit einer eigenen Aufgabe
Eine zusätzliche Seite lohnt sich, wenn sie eine bestimmte Aufgabe hat. Bei kleinen Unternehmen sind das meist diese:
Seitenarten nach Zweck
Leistungsseite
Eine Leistung ausführlich, mit Nutzen, Ablauf, Bildern und häufigen Fragen.
Ortsseite
Für Kunden im Nachbarort, die zum Beispiel nach „… in Fürth“ suchen. Mit einem Bezug zum Ort, der stimmt.
Zielgruppenseite
Dein Angebot für eine bestimmte Kundengruppe, mit den Fragen, die genau diese Gruppe stellt.
Über mich oder Über uns
Wer hinter dem Geschäft steht. Wer danach anruft, weiß schon, mit wem er spricht.
Galerie oder Referenzen
Deine Arbeiten und Projekte. Hier sprechen die Bilder.
Ratgeber-Artikel
Beantwortet eine Frage, die Kunden oft stellen, und kann bei Google auftauchen, wenn jemand genau danach sucht.
Preise
Deine Preise übersichtlich, damit Interessenten vor der Anfrage wissen, womit sie rechnen können.
Häufige Fragen
Die wichtigsten Antworten gesammelt auf einer Seite.
Karriere
Offene Stellen und ein einfacher Weg zur Bewerbung.
Diese Inhalte kannst nur du liefern
Texte kann auch jemand anderes schreiben. Ein paar Dinge kennst aber nur du, und je mehr davon bereitliegt, desto schneller geht es los.
- dein Logo, falls du schon eines hast
- Fotos von dir, deinem Team, deinen Räumen oder deiner Arbeit
- deine Leistungen und, wenn du sie zeigen willst, deine Preise
- Kundenstimmen oder Bewertungen
- Kontaktdaten, Öffnungszeiten und die Angaben fürs Impressum
Website-Texte: selbst schreiben oder schreiben lassen
Die Texte entscheiden, ob Besucher verstehen, was du anbietest, und ob sie sich melden. Für die Texte gibt es vier Wege, jeder mit eigenen Stärken:
- Selbst schreiben. Kostet kein Geld, aber Zeit. Du kennst dein Angebot am besten. Schwer fällt meist, sich kurz zu fassen und aus Sicht der Kunden zu schreiben statt aus der eigenen.
- Einen Texter beauftragen. Texter rechnen je nach Person nach Wort, nach Seite oder pauschal ab. Kläre vorher, wie viele Korrekturrunden enthalten sind und wer die Texte mit dem Webdesigner abstimmt.
- Texte vom Anbieter der Website. Manche haben die Texte im Preis, bei anderen sind sie ein eigener Posten. Der Vorteil: Text und Gestaltung entstehen zusammen und passen zueinander. Frag beim Angebot gezielt danach.
- Mit KI-Werkzeugen. Ein erster Entwurf entsteht schnell. Ohne deine Beispiele, deinen Ablauf und deine Antworten klingt er aber wie jede andere Website. Lies jeden Satz und prüf jede Angabe selbst.
Auch wenn du schreiben lässt, bleibt ein Teil bei dir: Das Wissen über dein Angebot kann niemand erfinden. Wer für dich schreibt, braucht neben den Punkten aus der Checkliste unten deine Antworten auf diese Fragen:
- Was machst du anders oder besonders gründlich?
- Wie läuft eine Zusammenarbeit mit dir ab, vom ersten Anruf bis zum Ergebnis?
- Sprichst du deine Kunden mit du oder mit Sie an?
Woran du einen guten Website-Text erkennst
- Er beginnt beim Besucher. Der erste Satz sagt, was jemand bei dir bekommt. Wie lange es dein Geschäft gibt, ist zweitrangig.
- Er zeigt den Nutzen. Hilfreich ist die Frage „Und was habe ich davon?“. Aus „Termine auch samstags“ wird zum Beispiel „Du bekommst einen Termin, ohne dir freinehmen zu müssen.“
- Er beantwortet echte Fragen. Dazu gehören Ablauf, Dauer, Preise oder Preisspannen und das Gebiet, in dem du arbeitest. Was Kunden am Telefon fragen, gehört auf die Seite.
- Er bleibt bei einem Thema pro Seite. Jede Leistung bekommt ihre eigene Seite mit einer klaren Überschrift.
Lässt du die Texte von jemand anderem schreiben, kläre auch, ob du sie nach einem Anbieterwechsel weiter nutzen darfst. Mehr dazu im Ratgeber Wem gehört die Website?.
Was jede einzelne Seite braucht
- eine Überschrift, die sofort sagt, worum es geht
- Text in Alltagssprache, mit kurzen Sätzen und Absätzen
- einen nächsten Schritt, zum Beispiel einen Knopf zur Anfrage
- einen eigenen Seitentitel und eine kurze Beschreibung, die Google in den Suchergebnissen zeigt
- eine Darstellung, die auf dem Handy gut lesbar ist und schnell lädt
Dazu kommen eine Domain, also deine Adresse im Internet, und Speicherplatz für die Website. Worauf du dabei achtest, damit beides dir gehört, steht im Ratgeber Wem gehört die Website?.
Checkliste für dein eigenes Projekt
Wenn du diese Punkte abhaken kannst, bist du gut vorbereitet:
- Du weißt, wen deine Website ansprechen soll.
- Du kannst in einem Satz sagen, was du anbietest und wo.
- Du kennst die drei Fragen, die deine Kunden am häufigsten stellen.
- Deine wichtigsten Leistungen sind aufgeschrieben.
- Du hast Fotos von dir, deinem Team oder deiner Arbeit.
- Du weißt, was Besucher als Nächstes tun sollen: anrufen, schreiben oder einen Termin buchen.
- Die Angaben für Impressum und Datenschutzerklärung liegen bereit.
- Du weißt, unter welcher Adresse deine Website erreichbar sein soll.
Stand der Angaben: Oktober 2026.
Häufige Fragen zum Aufbau einer Website
Wie viele Seiten braucht meine Website?
Für den Anfang reichen oft vier: Startseite, Kontakt, Impressum und Datenschutzerklärung. Weitere Seiten lohnen sich, wenn du mehrere Leistungen anbietest oder in mehreren Orten gefunden werden willst.
Was ist der Unterschied zwischen Homepage und Website?
Die Website ist dein ganzer Auftritt mit allen Seiten. Homepage meint genau genommen nur die Startseite, im Alltag werden beide Wörter aber oft gleich verwendet.
Brauche ich einen Cookie-Hinweis?
Nur, wenn deine Website etwas auf dem Gerät der Besucher speichert oder ausliest, das für die Seite nicht unbedingt nötig ist, etwa für Besucherstatistik oder Werbung. Dann brauchst du vorher ihre Einwilligung.
Muss ich die Texte selbst schreiben?
Nein. Du kannst sie von einem Texter oder vom Anbieter deiner Website schreiben lassen. Bei manchen Anbietern sind die Texte im Preis enthalten, bei anderen kosten sie extra, frag beim Angebot nach. Das Wissen über dein Angebot lieferst du in jedem Fall.
Kann ich später weitere Seiten ergänzen?
Ja, wenn die Technik dahinter es zulässt. Plane die Struktur so, dass neue Leistungen oder Orte als eigene Seiten dazukommen können.
Die vier Grundseiten in einem Paket
Das Startpaket von Simplexo enthält Startseite, Kontakt, Impressum und Datenschutz, mit Design und Texten zum Festpreis. Von dir kommt vor allem das Wissen über dein Angebot.
